SCIENCE-FICTION

Ich habe mir die Untertitel dieser Website angesehen und habe mich gefragt, was denn diese Genres, in die ich sie unterteilt habe, weil ich in ihnen größtenteils schreibe, zu bedeuten haben. Und weil ich auch gerne in der Geschichte herumstöbere auch gleich danach frage, wo sie überhaupt herkommen, diese Genres – natürlich habe ich mich auch vorher damit beschäftigt, aber manchmal tut es ganz gut, sich Dinge einmal wieder in Erinnerung zu rufen, um ihren Wert aufs Neue schätzen zu lernen und um vielleicht das eine oder andere Neue an ihnen zu entdecken.

Nehmen wir SCIENCE FICTION. Spontan klingt dieses Genre, als wäre es relativ jung. Ich hätte es mit Jules Verne in Verbindung gebracht und seine großartigen Geschichten über die Reise zum Mittelpunkt der Erde oder zum Mond. Denke ich aber dann weiter darüber nach, komme ich schnell zu dem Schluss, dass sich Menschen sicherlich schon früher mit den Möglichkeiten auseinandersetzten, die die Zukunft bringt.

Was ist mit Mary Shelley? Für mich ist dieser Schauerroman auch ein ausgezeichneter Science Fiction Roman, der auch noch zweihundert Jahre nach seiner Entstehung brandaktuelle Themen auswirft und auch einfach zu den Werken gehört, die man regelrecht verschlingen muss.

So weit zu den ersten Gedanken. Recherchieren wir ein wenig, stellen wir fest, dass es mit der Genrebestimmung und der Nachverfolgung ihrer Geschichte gar nicht mal so einfach ist. Schnell verzweigt sie sich und wir finden uns wieder in einem komplizierten Netzwerk aus Theorien und künstlerischen Kategorien. Alle sind damit beschäftigt das Genre in seine definitorischen Grenzen zu sperren.

Die Forschung baut ihre Theoriegebäude zum Science Fiction. Einige wirken auf Anhieb imposant, andere sind so klapprig, die möchte man lieber nicht betreten. Ein schöner Ansatz, der mir persönlich einleuchtete, war die Zuordnung unter die amerikanischen Pulp Magazines aus den 1920er und 1930er Jahren, in denen sich die bestimmten Eigenheiten einer Science-Fiction Geschichte herauskristallisierten und sie als eigenständiges Genre auftraten.

Wenn wir allerdings weiter nach den Dingen suchen, die uns sofort ins Gedächtnis kommen springen, wenn wir an Science Fiction denken, dann habe ich zumindest H.G. Wells vor Augen und Aliens, die die Erde angreifen oder Zeit Reisen! Ja, natürlich! Fliegende Untertassen und Laser Kanonen!

Nun gut, ernsthafte Science Fiction Studien wurden Ende der 1970er Jahre zum ersten Mal betrieben. Darko Suvin, einer der Großen, der die Sache ins Rollen gebracht hatte, schrieb bereits Thomas Moores Utopia zwar dem Genre der Utopie, aber auch dem Genre des Sci-Fi zu. Außerdem: Der Gilgamesch Epos, der Turmbau zu Babel, das Buch der Offenbarung und die Garten Eden Geschichte – all dies fasste er unter dem Begriff des „Proto-Science-Fictions“ zusammen.

Jedenfalls weiß ich jetzt, dass das Genre „Science-Fiction“ schon länger besteht, als der relativ moderne Begriff selbst; dass er durch die Geschichte hindurch etwas beherbergt, was schon immer der menschlichen Vorstellungskraft innewohnte. Die Wurzeln des Science-Fictions durchdringen die Geschichte, lassen sich nicht aufhalten von Ländergrenzen und sie sprengen jedes Medium, dass sie für sich vereinnahmen will. Durch Kulturen und Sprachen hindurch erfasst Science-Fiction die Philosophie und das Fantastische, lässt es miteinander verschmelzen und ihre Geschichten umfassen und ergreifen den gesamten Globus.

Science-Fiction ist also nicht nur Literatur über das Fantastische.
Es drückt vielmehr das Verlangen der Menschen aus, sich über ihren Horizont zu
bewegen, neue Perspektive zu gewinnen und neue Erfahrungen zu erleben. Ein
globales, kulturelles Unterfangen, das die Medien der schriftlichen Sprache,
der Bilder und bewegten Bilder, der Musik, Architektur und die interaktiven Medien
durchdringt. Ihre Grenzerfahrungen begeistern und inspirieren die Menschen
immer wieder aufs Neue.

Nach meiner kleinen Recherche fühle ich mich ein wenig
eingeschüchtert, aber zeitgleich auch hochinspiriert. Ich werde fortan
jedenfalls immer im Hinterkopf haben, auf wessen Spuren ich mich begebe, wenn
ich dieses Terrain betete… auch wenn ich mich eher in den Pulp Magazines der
amerikanischen 1920er und 1930er Jahre wiederfinde.

2 Kommentare zu „SCIENCE-FICTION

    1. Ja, da stimme ich dir zu. Ich denke, ich habe das letzte Bild im Beitrag unglücklich gewählt;) Aber auch Frankenstein besaß aus der Sicht der Zeit vor 200 Jahren Elemente des Science-Fiction, trotz Mary Shelley auf diese sicherlich nicht allein ihren Fokus gelegt hatte.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.